Gedanken

„Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ – sang Connie Francis im Jahr 1960. Ja, seltsam ist sie – nicht greifbar, geruch- und geschmacklos. Irgendwie nicht da und doch zu spüren. Und die Liebe, von der Francis singt, ist ja auch nur eine Art von Liebe. Fragen wir bei großen griechischen Philosophen an, dann gibt es mindestens drei Arten von Liebe. Zuerst den Eros – die leidenschaftliche Liebe und damit sicher am ehesten die, die Francis im Blick hat. Dann gibt es noch die Philia, die freundschaftliche Liebe, die man zu jedem Menschen entwickeln kann: „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt!“ Und zuletzt, aber im Kontext des biblischen Texts am wichtigsten: die Agape – die selbstlose Liebe, besser bekannt als Nächstenliebe. Die soll das Höchste sein. Sie soll das Leben der Christinnen und Christen bestimmen. Und an anderer Stelle treibt es Jesus sogar noch auf die Spitze: „Liebt eure Feinde!“ Eine ganz schöne Anforderung wird da an die Christinnen und Christen damals und damit auch an uns gerichtet. Das schaffen wir sicher nicht, oder? Und doch scheint es angesichts der vielen Herausforderungen dieser Zeit immer wieder notwendig zu sein, sich an die Agape zu erinnern, die Jesus uns vorgelebt hat. Konflikte mit Worten und nicht mit Waffen aushandeln; den anderen, die andere immer als Menschen wahrnehmen und nicht nur als Gegnerin und Gegner; Gott im Gebet mit in die Mitte nehmen. Das ist der Anspruch von Agape. Ist das wirklich zu viel verlangt? Das schaffen wir doch ganz sicher – oder?

Helfried Maas, Pfarrer des Kirchspiels Wiehe und an der Ländlichen Heimvolkshochschule Kloster Donndorf, Thüringen

Lied „Sicher nicht – oder?“

4. Lass uns aufrecht steh´n, Heil und Hoffnung seh´n.
So woll´n wir nach Frieden suchen,
glauben, hoffen statt verfluchen.
Alles Dunkel bricht in der Liebe Licht.

5. Jesu, geh voran, ich folg, wie ich kann.
Du zeigst uns den Weg des Lebens,
keine Gnade ist vergebens.
Sind auch Stimmen viel: Frieden bleibt das Ziel.

Melodie: Jesu, geh voran.
Text: Tobias Petzoldt nach EG 391 und 1.Thess.5, tvd-Verlag, Düsseldorf 2023

Gebet

Eine Stimme

Unserer Fürbitte bringen wir vor Gott. Jede Bitte endet mit dem gemeinsamen Ruf: Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Gott, aus deinem Frieden leben wir. Ganz sicher.
Lass uns das nicht vergessen in unsicheren Zeiten.
Wir bitten für alle, denen das sichere Haus zerstört wurde, denen der Frieden geraubt ist.

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

Wir sehnen uns nach gerechtem Frieden in der Welt,
in unserer Gesellschaft,
in der Nachbarschaft,
in den Kirchen
und nach Frieden in uns selbst.
Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens,
Schritt für Schritt und immer wieder
mit Mut zum ersten Schritt.

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

In der Stille bitten wir...

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

Gemeinsam beten wir:

Alle

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Lied "Bewahre uns, Gott"

Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen

Text: Bewahre uns, Gott EG 171,
Melodie: Anders Ruuth, Text: Eugen Eckert, Strube Verlag, 1985

Segen

Eine Stimme

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Alle

Amen.