Gedanken
Auch kluge Männer lassen sich mitunter täuschen: Vielleicht fühlten sich die drei Weisen aus dem Morgenland geschmeichelt, als Herodes sie um Auskunft bat auf der Suche nach dem neugeborenen König. Macht macht ja manchmal blind für tückische Hintergedanken. Zum Glück wurden ihnen bald die Augen geöffnet: „Geht nicht zurück zu Herodes“ – so die Stimme Gottes im Traum. Wir wissen, wie die Geschichte weitergeht: Die drei Weisen halten sich an die nächtliche Botschaft. So gelingt es Maria und Josef, mit ihrem Kind vor Herodes zu fliehen. Wir wissen ebenso, dass Herodes bald darauf das grausame Morden von Kindern in Betlehem befahl. Was für ein Schmerz für viele andere Familien! Hier die Rettung, dort das Verhängnis. Immer wieder geraten auch wir in ein solches Dilemma, wenn wir fragen: Wie geht es weiter? Es gibt keine Sicherheit, dass der eingeschlagene Weg, die gut überlegte Entscheidung sich am Ende als rundum richtig erweist. Aber es gibt die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Stimmen zu unterscheiden: Mehr Waffen oder mehr Diplomatie? Mehr Profit oder eher Verzicht mit Rücksicht auf die Mitwelt? Wer sich lauter behauptet, hat keineswegs mehr Recht. Auf Gottes Stimme hören heißt: innehalten und eine Vorstellung entwickeln von dem, was gut werden soll. Die Bibel erzählt von Träumen. Unsere Chance ist es, dass auch am Tage zu erleben und zu üben: dieses Lauschen, dieses Sehen, diesen Mut, aufzubrechen mit einer Vision für das Leben.
Susanne Brandt, Bibliothekarin, Flensburg
Lied „Sicher nicht – oder?“
4. Lass uns aufrecht steh´n, Heil und Hoffnung seh´n.
So woll´n wir nach Frieden suchen,
glauben, hoffen statt verfluchen.
Alles Dunkel bricht in der Liebe Licht.
5. Jesu, geh voran, ich folg, wie ich kann.
Du zeigst uns den Weg des Lebens,
keine Gnade ist vergebens.
Sind auch Stimmen viel: Frieden bleibt das Ziel.
Melodie: Jesu, geh voran.
Text: Tobias Petzoldt nach EG 391 und 1.Thess.5, tvd-Verlag, Düsseldorf 2023
Gebet
Unserer Fürbitte bringen wir vor Gott. Jede Bitte endet mit dem gemeinsamen Ruf: Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.
Gott, aus deinem Frieden leben wir. Ganz sicher.
Lass uns das nicht vergessen in unsicheren Zeiten.
Wir bitten für alle, denen das sichere Haus zerstört wurde, denen der Frieden geraubt ist.
Gemeinsam rufen wir:
Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.
Wir sehnen uns nach gerechtem Frieden in der Welt,
in unserer Gesellschaft,
in der Nachbarschaft,
in den Kirchen
und nach Frieden in uns selbst.
Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens,
Schritt für Schritt und immer wieder
mit Mut zum ersten Schritt.
Gemeinsam rufen wir:
Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.
In der Stille bitten wir...
Gemeinsam rufen wir:
Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.
Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Lied "Bewahre uns, Gott"
Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.
Text: Bewahre uns, Gott EG 171,
Melodie: Anders Ruuth, Text: Eugen Eckert, Strube Verlag, 1985
Segen
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.