Gedanken

Hin und her gerissen war er. Verwirrt. Alles ein Irrtum? Alles nur Träumerei? Seinen Freunden erging es nicht anders. Gemeinsam hatten sie Wege gesucht, Konflikte ohne Gewalt, ohne Waffen zu lösen. Die Bilder und Visionen der Propheten hatten diese Sehnsucht in ihnen geweckt. Sie waren sich sicher: Menschen können miteinander in Frieden leben trotz unterschiedlicher Interessen und Überzeugungen. Menschen und Schöpfung können geben und nehmen, was jedem von ihnen guttut. Sie vertrauten den Worten der Propheten. Waren sie nicht das Sprachrohr Gottes? Ihre Worte hatten ihm Mut gemacht, denen zu widersprechen und zu widerstehen, die auf Macht und Gewalt setzten. Aber nun war wieder Krieg. Macht und Gewalt zeigten wieder ihre Fratzen, vernichteten Leben, verwüsteten Lebensraum, machten Hab und Gut zunichte, löschten Lebenshoffnungen aus. Und mit dem Krieg wurde der Schrei nach Waffen, nach immer mehr Waffen wieder lauter. Waffen seien die einzige Hoffnung, den Krieg zu beenden. Er hatte widersprochen – und stand allein da. Er würde dem Aggressor in die Hände spielen, stände wohl gar auf seiner Seite. Sei ihm denn die Angst, das Leiden und das Leben der Menschen egal, deren Land zerschossen und zerbombt werde? Nein, keineswegs waren ihm die Menschen, ihre Angst, ihr Leiden und ihr Leben egal. Doch es schien, als hätten die Waffen und deren Wortführer auch ihre Sehnsucht, sein Vertrauen und seinen Mut zum Schweigen gebracht. Es schien, denn in ihm schwelte die Frage der Propheten: Worauf verlasst ihr euch? Und sie fingen wieder an, dieser Frage ihre Stimme zu geben, immer deutlicher, immer bohrender.

Klaus Uwe Nommensen, Flensburg

Lied „Sicher nicht – oder?“

4. Lass uns aufrecht steh´n, Heil und Hoffnung seh´n.
So woll´n wir nach Frieden suchen,
glauben, hoffen statt verfluchen.
Alles Dunkel bricht in der Liebe Licht.

5. Jesu, geh voran, ich folg, wie ich kann.
Du zeigst uns den Weg des Lebens,
keine Gnade ist vergebens.
Sind auch Stimmen viel: Frieden bleibt das Ziel.

Melodie: Jesu, geh voran.
Text: Tobias Petzoldt nach EG 391 und 1.Thess.5, tvd-Verlag, Düsseldorf 2023 

Gebet

Eine Stimme

Unserer Fürbitte bringen wir vor Gott. Jede Bitte endet mit dem gemeinsamen Ruf: Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Gott, aus deinem Frieden leben wir. Ganz sicher.
Lass uns das nicht vergessen in unsicheren Zeiten.
Wir bitten für alle, denen das sichere Haus zerstört wurde, denen der Frieden geraubt ist.

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

Wir sehnen uns nach gerechtem Frieden in der Welt,
in unserer Gesellschaft,
in der Nachbarschaft,
in den Kirchen
und nach Frieden in uns selbst.
Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens,
Schritt für Schritt und immer wieder
mit Mut zum ersten Schritt.

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

In der Stille bitten wir...

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

Gemeinsam beten wir:

Alle

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Lied "Bewahre uns, Gott"

Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.  

 Text: Bewahre uns, Gott EG 171,
Melodie: Anders Ruuth, Text: Eugen Eckert, Strube Verlag, 1985 

Segen

Eine Stimme

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Alle

Amen.