Gedanken
Eine junge ukrainische Frau kauert im Keller und hält ihre zwei Kinder im Arm. Sie hat große Angst. Ihr Mann und ihr Bruder wurden im Krieg getötet, das Haus über ihr ist ein Trümmerhaufen. Sie ist sich sicher, dass auch sie und ihre Kinder sterben werden, getötet von russischen Soldaten, die bereits am Ortsrand stehen, getötet von Raketen, oder von Hunger, Durst oder durch Kälte. Sie wird sterben, das ist sicher. Doch dann kommen Nachbarn: „Wir fliehen, wir haben noch Platz im Auto, kommt mit. Vielleicht gelingt uns die Flucht!“ Hunger und Verzweiflung können lähmen, können wütend machen, können aber auch Kräfte freisetzen und für Hoffnung auf Rettung bereit machen. So steigt die junge Frau mit ihren Kindern ins Auto. Niemand weiß, ob die Flucht gelingt, aber sie wollen es versuchen, sie wollen nicht die Hände in den Schoß legen und sich – noch lebend – dem Tod ergeben. Sie ergreifen die winzige Möglichkeit, nicht wissend, ob sie ihr Leben retten können. Auch die vier Aussätzigen ergreifen die Chance. Ihre Krankheit macht sie zu Außenseitern, sie haben den Hungertod vor Augen. Es spielt keine Rolle, wie die Geschichte ausgeht. Wichtig ist, dass sie, die von der Krankheit Gezeichneten, die gesellschaftlich Ausgestoßenen, sie, die auf niemandes Hilfe zählen können, dass diese Vier ihre winzige Hoffnung auf Rettung wahrnehmen, zu Handelnden werden und sich auf den Weg machen.
Gisela Sommer, Prädikantin, Wennigsen
Lied „Sicher nicht – oder?“
4. Lass uns aufrecht steh´n, Heil und Hoffnung seh´n.
So woll´n wir nach Frieden suchen,
glauben, hoffen statt verfluchen.
Alles Dunkel bricht in der Liebe Licht.
5. Jesu, geh voran, ich folg, wie ich kann.
Du zeigst uns den Weg des Lebens,
keine Gnade ist vergebens.
Sind auch Stimmen viel: Frieden bleibt das Ziel.
Melodie: Jesu, geh voran.
Text: Tobias Petzoldt nach EG 391 und 1.Thess.5, tvd-Verlag, Düsseldorf 2023
Gebet
Unserer Fürbitte bringen wir vor Gott. Jede Bitte endet mit dem gemeinsamen Ruf: Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.
Gott, aus deinem Frieden leben wir. Ganz sicher.
Lass uns das nicht vergessen in unsicheren Zeiten.
Wir bitten für alle, denen das sichere Haus zerstört wurde, denen der Frieden geraubt ist.
Gemeinsam rufen wir:
Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.
Wir sehnen uns nach gerechtem Frieden in der Welt,
in unserer Gesellschaft,
in der Nachbarschaft,
in den Kirchen
und nach Frieden in uns selbst.
Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens,
Schritt für Schritt und immer wieder
mit Mut zum ersten Schritt.
Gemeinsam rufen wir:
Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.
In der Stille bitten wir heute für...
Gemeinsam rufen wir:
Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.
Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Lied "Bewahre uns, Gott"
Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.
Text: Bewahre uns, Gott EG 171,
Melodie: Anders Ruuth, Text: Eugen Eckert, Strube Verlag, 1985
Segen
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.