Gedanken

Überraschend, wie hochaktuell dieser biblische Text erscheint: Unseren vermeintlich „nachhaltig“ entsorgten Plastikmüll finden wir alsbald wieder in riesigen Plastik-Meeresstrudeln; oder er kommt zerrieben als Mikroplastik in Meeresfrüchten zu uns zurück auf unsere Teller. Wer in den letzten Jahren etwas gespart hat, weil man in Coronazeiten einfach weniger ausgegeben hat für Ausflüge, Urlaub oder Klamotten, stellte dieses Jahr fest, dass Energiekrise und Inflation den Wert des Ersparten beträchtlich haben schrumpfen lassen. Wie das Wetter sich mit Sonnenschein und Regen, Dürre und Überschwemmungen gestaltet, können wir ebenso wenig planen, wie die Entwicklung eines Embryos im Mutterleib. Und auch, wie unser Leben insgesamt sich entwickelt, womit wir Erfolg haben oder nicht, haben wir kaum in der Hand. Es ist für uns ebenso unverfügbar, wie Gott und sein Wirken in der Welt. Das heißt allerdings nicht, dass es gleichgültig wäre, ob wir was tun; im Gegenteil: Wir sollen durchaus säen und ernten, vorausberechnen und planen – und dann nach besten Kräften (morgens oder abends oder beides) unser Tun und Handeln danach ausrichten, was dem Leben auf der Erde dient. Ja: Dieses Leben ist unsicher, und zwar immer! Und doch brauchen wir nicht verzagen oder den Mut verlieren. Vielmehr gilt es, auch dann mutig zu entscheiden und entschlossen zu handeln, wenn wir nicht alles wissen und unsicher sind – und so voll Hoffnung und Vertrauen auf Gott unsere Zukunft zu gestalten.

Christina Mertens, Prädikantin, München

Lied „Sicher nicht – oder?“

4. Lass uns aufrecht steh´n, Heil und Hoffnung seh´n.
So woll´n wir nach Frieden suchen,
glauben, hoffen statt verfluchen.
Alles Dunkel bricht in der Liebe Licht.

5. Jesu, geh voran, ich folg, wie ich kann.
Du zeigst uns den Weg des Lebens,
keine Gnade ist vergebens.
Sind auch Stimmen viel: Frieden bleibt das Ziel.

Melodie: Jesu, geh voran.
Text: Tobias Petzoldt nach EG 391 und 1.Thess.5, tvd-Verlag, Düsseldorf 2023 

Gebet

Eine Stimme

Unserer Fürbitte bringen wir vor Gott. Jede Bitte endet mit dem gemeinsamen Ruf: Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Gott, aus deinem Frieden leben wir. Ganz sicher.
Lass uns das nicht vergessen in unsicheren Zeiten.
Wir bitten für alle, denen das sichere Haus zerstört wurde, denen der Frieden geraubt ist.

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

Wir sehnen uns nach gerechtem Frieden in der Welt,
in unserer Gesellschaft,
in der Nachbarschaft,
in den Kirchen
und nach Frieden in uns selbst.
Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens,
Schritt für Schritt und immer wieder
mit Mut zum ersten Schritt.

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

In der Stille bitten wir ...

Gemeinsam rufen wir:

Alle

Kyrie eleison/Herr, erbarme dich.

Eine Stimme

Gemeinsam beten wir:

Alle

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Lied "Bewahre uns, Gott"

Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.  

 Text: Bewahre uns, Gott EG 171,
Melodie: Anders Ruuth, Text: Eugen Eckert, Strube Verlag, 1985 

Segen

Eine Stimme

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Alle

Amen.