Die Andacht des heutigen Tages

Begrüßung

Eine Stimme

Schalom – Friede – Salam: In Gottes Namen sind wir zusammen.

Alle

Wir halten inne.

Eine Stimme

Wir schauen auf das, was uns sorgt.

Alle

Wir schauen auf das, was wir hoffen.

Eine Stimme

Wir schauen auf Gott.

Psalm 85,9-14

Eine Stimme

Wir beten mit Worten des 85. Psalms

Alle

         

Ich will hören, was Gott zu sagen hat.
         Der Herr redet vom Frieden.
         Er verspricht ihn seinem Volk und seinen Frommen.
Doch sie sollen nicht mehr zurückkehren
zu den Dummheiten der Vergangenheit!
         Ja, seine Hilfe ist denen nahe, die zu ihm gehören.
Dann wohnt seine Herrlichkeit wieder in unserem Land:
Güte und Treue finden zueinander.
         Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
         Treue wächst aus der Erde empor.
Gerechtigkeit scheint vom Himmel herab.
         Auch schenkt uns der Herr viel Gutes,
         und unser Land gibt seinen Ertrag dazu.
Gerechtigkeit zieht vor ihm her
und bestimmt die Richtung seiner Schritte.

Amen

Lied „Komm, Frieden, lass dich wecken"

Komm, Frieden, lass dich wecken,  
hilf uns heraus aus Krieg und Leid.  
Komm, Frieden, lass dich wecken,  
beende allen Streit.  

1.Denn uns ist angst und bange  
um diese eine Welt!  
Wir sehn, wie einstmals Schönes  
In Trümmern liegt, zerfällt.  
Komm, Frieden, lass dich wecken…  

2. Wir sehen Menschen weinen,  
vertrieben, auf der Flucht –  
und möchten Hoffnung säen,  
die blüht zu reicher Frucht.  
Komm, Frieden, lass dich wecken…  

3. Wir hörn und sehen Drohnen;  
Krieg: Klinisch und eiskalt.  
Dahinter stecken Menschen –  
Wer stoppt sie, zwingt zum Halt?  
Komm, Frieden, lass dich wecken…  

Text: Eugen Eckert zur Melodie EG 225, © beim Urheber  

Lesung

1. Könige 3,9

Gib mir, deinem Knecht, ein hörendes Herz.
Nur so kann ich dein Volk richten
und zwischen Gut und Böse unterscheiden.
Wie sonst könnte man Recht schaffen in deinem Volk,
das doch so bedeutend ist?

Gedanken

Gut und Böse

Komm den Frieden wecken … davon erzählt diese Bibelgeschichte, in der ein König schläft und träumt. Dem König Salomo erscheint nachts im Traum Gott und fragt: „Was willst du, dass ich dir gebe?“ Salomo wünscht sich: „Gib mir ein verständiges Herz, damit ich recht richte und Gut und Böse unterscheiden kann.“
Für Salomo folgt aus dem Verstehen die Fähigkeit, gerecht zu richten. Noch im Traum ist er offenbar Realpolitiker genug, um zu wissen: Es gibt Gut und Böse in dieser Welt. Menschen sind zu beidem fähig. Wir können lieben und heilen, wir können zerstören und morden.
Gott hat den Menschen die Freiheit des Handelns gegeben. Darum verbindet Salomo mit dem verständigen Herzen auch ein Wissen darum, was gut und was böse ist. Er will eine Gerechtigkeit, die sich am Wohl von Menschen orientiert. So möchte Salomo König sein.
Ich denke an die Regierenden meiner Zeit. Wo beobachte ich ein verständiges Herz? Wer ist bereit zuzuhören, sich in andere hinein zu versetzen? Geht es nicht eher um die eigenen Interessen, den Deal, den Profit, mehr Land? Salomo ist mit seinem Wunsch in die Geschichte eingegangen als Sinnbild einer weisen Regierung. Zu ihr gehört die Stärke des Rechts, nicht das Recht des Stärkeren.
Was würde ich antworten auf Gottes Frage: „Was willst du, dass
ich dir gebe?“ Fast reflexartig denke ich zuerst an die Gesundheit und das Wohlergehen der Familie. An mich und meine Belange also. Erst im zweiten Nachdenken nehme ich in den Blick, was mindestens genauso zählt: das Zusammenleben, die Begegnung, ein gutes Miteinander. Das gilt in der Nachbarschaft, im Verein, an der Arbeit, im politischen und sozialen Miteinander. Überall dort ist gefragt, was Salomo sich wünscht: ein verständiges Herz. Einander zuzuhören, respektvoll und ohne Scheuklappen. Achtsam sein, wo Menschen andere schlechtmachen, ausschließen, diskriminieren. Ja, ein verständiges Herz ist ein weiser Wunsch.

(Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf, Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW)

Lied „Komm, Frieden, lass dich wecken"

4. Wir kennen die Despoten,  
die herzlos rekrutiern.  
Hilf uns, sie zu enttrohnen,  
sie solln die Macht verliern.  
Komm, Frieden, lass dich wecken…  

5. Die Kraft, die uns beflügelt,  
ist unsres Gottes Wort.  
Es segnet Friedensstifter  
weltweit, an jedem Ort.  
Komm, Frieden, lass dich wecken…  

Text: Eugen Eckert zur Melodie EG 225, © beim Urheber

Gebet

Eine Stimme

Gott, wir bitten um Frieden in (...), in (...), in (…).
So viele Kriege gibt es in der Welt.
Sei bei den Verwundeten.
Nimm die Toten zu dir.
Wecke den Frieden.

Wir bitten für die Völker der Welt:
Stärke gemeinschaftliches Handeln zum Wohl der Menschen.
Wecke den Geist für Friedensverhandlungen statt Waffen.

Eine Erde hast du uns gegeben.
Wir sind nicht allein auf ihr,
Wir bitten für die Tiere und Pflanzen,
belebte Materie, Wasser, Luft und Wind.

Und für uns, kleiner Teil des großen Ganzen,
bitten wir um Zukunft und Umkehr.
Bewahre uns Gott, in Zeit und Ewigkeit.

Eine Stimme

Gemeinsam beten wir:

Alle

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Lied "Bewahre uns, Gott"

Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.  

 Text: Bewahre uns, Gott EG 171,
Melodie: Anders Ruuth, Text: Eugen Eckert, Strube Verlag, 1985 

Segen

Eine Stimme

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Alle

Amen.