Die Andacht des heutigen Tages
Begrüßung
Schalom – Friede – Salam: In Gottes Namen sind wir zusammen.
Wir halten inne.
Wir schauen auf das, was uns sorgt.
Wir schauen auf das, was wir hoffen.
Wir schauen auf Gott.
Psalm 85,9-14
Wir beten mit Worten des 85. Psalms
Ich will hören, was Gott zu sagen hat.
Der Herr redet vom Frieden.
Er verspricht ihn seinem Volk und seinen Frommen.
Doch sie sollen nicht mehr zurückkehren
zu den Dummheiten der Vergangenheit!
Ja, seine Hilfe ist denen nahe, die zu ihm gehören.
Dann wohnt seine Herrlichkeit wieder in unserem Land:
Güte und Treue finden zueinander.
Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
Treue wächst aus der Erde empor.
Gerechtigkeit scheint vom Himmel herab.
Auch schenkt uns der Herr viel Gutes,
und unser Land gibt seinen Ertrag dazu.
Gerechtigkeit zieht vor ihm her
und bestimmt die Richtung seiner Schritte.
Amen
Lied „Erzähl mir vom Frieden"
1. Wir sind hier und bringen mit:
Unsre Sorgen um den Frieden.
Unsre Worte und Ideen
sind lebendig und verschieden.
Wenn wir singen und erzählen,
wird die Hoffnung uns nicht fehlen.
2. Wir sind hier und bringen mit:
Unsre Lieder und Geschichten,
Klang und Stille im Gebet,
das Bedrängende wird sich lichten.
Wenn wir unsre Träume teilen,
können tiefe Risse heilen.
Text: Susanne Brandt © Rechte bei der Autorin,
Melodie: Liebster Jesus (EG161), Johann Rudolf Ahle, 1664
Lesung
Lukas 17,11-19
Auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus auch durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Er kam in ein Dorf. Dort begegneten ihm zehn Männer, die an Aussatz erkrankt waren. Sie blieben in einiger Entfernung stehen und riefen laut: »Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!«
Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: »Geht und zeigt euch den Priestern!« Noch während sie unterwegs waren, wurden sie geheilt und rein. Einer von ihnen kehrte wieder zurück, als er merkte, dass er geheilt war. Er lobte Gott mit lauter Stimme, warf sich vor Jesus zu Boden und dankte ihm. Und dieser Mann war ein Samariter!
Da fragte Jesus ihn: »Sind nicht zehn Männer rein geworden? Wo sind denn die anderen neun? Ist sonst keiner zurückgekommen, um Gott die Ehre zu geben – nur dieser Fremde hier?« Und Jesus sagte zu ihm: »Steh auf, du kannst gehen! Dein Glaube hat dich gerettet.«
Gedanken
Einer von uns
„Dieser Typ da sieht aber komisch aus – mit dem will ich nichts zu tun haben.“ - „Die Frau da, die soll ja so manches Mal einen über den Durst trinken – besser Abstand halten.“ - „Schau da drüben: die Aussätzigen – und der eine ist sogar ein Samariter. Gleich zwei Gründe, keinen Kontakt zu suchen.“
Laut Studien dauert es im Schnitt 0,3 bis sieben Sekunden, bis wir uns einen ersten Eindruck von einer Person gemacht haben. Und landläufig heißt es, dass dieser entscheidend ist. In damaliger Zeit hätte Jesus mit den zehn Aussätzigen keinen Kontakt haben dürfen. Ihre Krankheit – vielleicht Lepra, vielleicht Schuppenflechte – galt als hochansteckend. Als Ursache wurde häufig angenommen, dass die Erkrankten von Dämonen besessen seien. Und dann war der eine auch noch Samariter, also Angehöriger eines israelitischen Zweiges, dessen jüdische Religionspraxis mit denen anderer Völker vermischt war. Doch Jesus ist bekannt dafür, den Kontakt zu Ausgestoßenen nicht zu scheuen. Allein seine von Ferne gesprochenen Worte verschaffen Heilung.
Und siehe da: Nur der geheilte Samariter findet den Weg zurück zu Jesus, nachdem ihn die Priester im Tempel als geheilt eingestuft haben. Scheinbar nur er erkennt, welches Wunder Gott an ihm getan hat.
Der erste Eindruck, den die meisten von ihm hatten: ein Aussätziger, ein Samariter. Und doch ist da mehr: Einer, der versteht. Einer, der dankbar ist. Einer, der Kontakt sucht. Einer, der glaubt. Einer, der den Frieden Gottes spürt. Einer von uns.
(Helfried Maas, Pfarrer des Kirchspiels Wiehe und an der Ländlichen Heimvolkshochschule Kloster Donndorf (Thüringen))
Lied „Erzähl mir vom Frieden"
3. Wir sind hier und bringen mit:
Mut für Widerstand und Vertrauen,
dass wir mit Gottes Geist und Geduld
immer wieder Brücken bauen,
zu Gewalt und Krieg nicht schweigen,
sondern andre Wege zeigen.
Text: Susanne Brandt © Rechte bei der Autorin,
Melodie: Liebster Jesus (EG161), Johann Rudolf Ahle, 1664
Gebet
Aus deinem Frieden leben wir, Gott.
Lass uns das nicht vergessen in unfriedlichen Zeiten.
Wir bitten für alle,
deren Leben in Frieden bedroht ist durch Krieg und Gewalt.
Wir sehnen uns nach gerechtem Frieden in der Welt.
Lass uns einander erzählen vom Frieden,
öffne unsere Ohren zum Hören
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
In der Stille beten wir…
Gemeinsam beten wir:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Lied "Bewahre uns, Gott"
Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.
Text: Bewahre uns, Gott EG 171,
Melodie: Anders Ruuth, Text: Eugen Eckert, Strube Verlag, 1985
Segen
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.