Die Andacht des heutigen Tages

Begrüßung

Eine Stimme

Schalom – Friede – Salam: In Gottes Namen sind wir zusammen.

Alle

Wir halten inne.

Eine Stimme

Wir schauen auf das, was uns sorgt.

Alle

Wir schauen auf das, was wir hoffen.

Eine Stimme

Wir schauen auf Gott.

Psalm 85,9-14

Eine Stimme

Wir beten mit Worten des 85. Psalms

Alle

        

Ich will hören, was Gott zu sagen hat.
         Der Herr redet vom Frieden.
         Er verspricht ihn seinem Volk und seinen Frommen.
Doch sie sollen nicht mehr zurückkehren
zu den Dummheiten der Vergangenheit!
         Ja, seine Hilfe ist denen nahe, die zu ihm gehören.
Dann wohnt seine Herrlichkeit wieder in unserem Land:
Güte und Treue finden zueinander.
         Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
         Treue wächst aus der Erde empor.
Gerechtigkeit scheint vom Himmel herab.
         Auch schenkt uns der Herr viel Gutes,
         und unser Land gibt seinen Ertrag dazu.
Gerechtigkeit zieht vor ihm her
und bestimmt die Richtung seiner Schritte.

Amen

Lied „Erzähl mir vom Frieden"

1. Wir sind hier und bringen mit:
Unsre Sorgen um den Frieden.
Unsre Worte und Ideen
sind lebendig und verschieden.
Wenn wir singen und erzählen,
wird die Hoffnung uns nicht fehlen.

2. Wir sind hier und bringen mit:
Unsre Lieder und Geschichten,
Klang und Stille im Gebet,
das Bedrängende wird sich lichten.
Wenn wir unsre Träume teilen,
können tiefe Risse heilen.

Text: Susanne Brandt © Rechte bei der Autorin,
Melodie: Liebster Jesus (EG161), Johann Rudolf Ahle, 1664

Lesung

Deuteronomium 6, 20-22

Vielleicht wird dich dein Kind einmal fragen: »Was soll das alles, diese ganzen Vorschriften, Gesetze und Bestimmungen? Warum hat der Herr, unser Gott, sie uns befohlen?«
Wenn dein Kind so fragt, sollst du ihm antworten: »Wir waren Sklaven in Ägypten und mussten für den Pharao arbeiten. Aber der Herr hat uns aus Ägypten geführt – mit seiner starken Hand. Der Herr hat Zeichen und Wunder vollbracht.«

Gedanken

Mut machende Erzählung

„Wir waren Sklaven des Pharao in Ägypten, und der Herr hat uns mit starker Hand herausgeführt“ (5. Mose 6,21).  Dies war und ist der Gründungsmythos des Volkes Israel. Näher beschrieben ist dieses Geschehen im Buch Exodus. „Gott hörte das Klagen des Volkes“, heißt es dort weiter (2. Mose 3,7ff.).
Dies sollen die Israeliten nie vergessen, mahnt Gott, und sie sollen es ihren Kindern und diese wieder ihren Kindern von Generation zu Generation weitererzählen.

Diese tröstende und Mut machende Erzählung gelangte auch zu anderen unterdrückten Völkern, unter anderen zu den aus Afrika nach Amerika verschleppten Sklaven. Die biblischen Verse wurden und werden von ihnen in vielen Liedern besungen, auch wenn die Orte ihres Leidens nicht mehr die Steinbrüche in Ägypten, sondern die Zuckerrohrfelder in Amerika waren. Aus diesen Versen schöpften sie Mut.
Gott hört auch heute das Klagen der Opfer von Menschenhandel, Ausbeutung und einem ungezügelten Kapitalismus, eben von dem, was Papst Franziskus meint, wenn er sagt: „Diese Wirtschaft tötet.“ Menschen, die aus einer Sklaverei, welcher Art auch immer, befreit werden, sind dankbar, und dankbare Menschen führen keine Kriege. Kriege sind eine Folge von Verbitterung und Hass.

Mit der Aufforderung, diese Geschichte der Befreiung des Volkes Israel von Generation zu Generation weiterzuerzählen, sollte das Volk erfahren, dass Gott mit ihm ist. Die Propheten hörten nicht auf, dies zu betonen. Auch heute gibt es viel Schönes und Gutes in der Welt und viel Bemühen um den Frieden, im Großen wie im Kleinen. Das meiste davon findet keinen Platz in den großen Medien. Lasst uns davon erzählen und uns gegenseitig ermutigen.

(Pfarrer Reinhold Baumann (Comboni Missionare) aus Ellwangen )

Lied „Erzähl mir vom Frieden"

3. Wir sind hier und bringen mit:
Mut für Widerstand und Vertrauen,
dass wir mit Gottes Geist und Geduld
immer wieder Brücken bauen,
zu Gewalt und Krieg nicht schweigen,
sondern andre Wege zeigen.

Text: Susanne Brandt © Rechte bei der Autorin,
Melodie: Liebster Jesus (EG161), Johann Rudolf Ahle, 1664

Gebet

Eine Stimme

Aus deinem Frieden leben wir, Gott.
Lass uns das nicht vergessen in unfriedlichen Zeiten.
Wir bitten für alle,
deren Leben in Frieden bedroht ist durch Krieg und Gewalt.

Wir sehnen uns nach gerechtem Frieden in der Welt.
Lass uns einander erzählen vom Frieden,
öffne unsere Ohren zum Hören
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

In der Stille beten wir…

Eine Stimme

Gemeinsam beten wir:

Alle

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Lied "Bewahre uns, Gott"

Bewahre uns, Gott,
behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.  

 Text: Bewahre uns, Gott EG 171,
Melodie: Anders Ruuth, Text: Eugen Eckert, Strube Verlag, 1985 

Segen

Eine Stimme

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Alle

Amen.