Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung
Er will nicht kämpfen
„Er will nicht kämpfen“ Ein Impuls zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung 2025
Impuls
„Danach sollen die Beamten, die die Listen der kriegsfähigen Männer führen, das Heer fragen: Fürchtet sich jemand und hat keinen Mut? Der soll wegtreten und nach Hause zurückkehren!“
(5. Mose 20, 5a.8a)
Ob er jemals in einen Krieg kämpfen würde, darüber hatte Niklas bis vor wenige Monaten nie richtig nachgedacht. Zu weit weg, zu abstrakt war die Vorstellung für ihn. Selbst in einen Krieg ziehen zu müssen? Das war einfach unvorstellbar. Doch je länger der Krieg in der Ukraine dauert, je mehr auch in unserem Land über Aufrüstung, Waffen und Wehrpflicht diskutiert wird, desto näher rücken die Fragen heran: „Bin ich bereit, mich als Soldat dafür ausbilden zu lassen zu töten?“ „Bin ich bereit das Risiko einzugehen, im Einsatz getötet zu werden? Oder mache ich von meinem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung gebrauch?“
Für Niklas ist klar, er will nicht kämpfen. Er will niemanden verletzen. Und vor allem: er will nicht auf einem Schlachtfeld sterben. Allein die Vorstellung macht ihm Angst. Das sind für ihn Gründe genug niemals in den Krieg ziehen zu wollen. Kriegsdienstverweigerung ist für Tim sein Beitrag, um militärische Gewalt und damit Tod und Zerstörung im Krieg zu überwinden.
Der heutige Tag der Kriegsdienstverweigerung ist jenen Menschen gewidmet, die sich dem Einsatz in bewaffneten Konflikten und militärischen Strukturen verweigern. Er betont unser universelles Recht auf Frieden sowie individuelle Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, wie sie in den internationalen Menschenrechtsgesetzen festgelegt sind.
Doch das Recht, den Kriegsdienst zu verweigern gibt es nicht überall. In vielen Ländern ist es stark eingeschränkt oder in Kriegszeiten ausgesetzt. Menschen müssen mit harten Strafen und Diskriminierung rechnen, wenn sie sich weigern Waffen zu tragen. So erinnert der Tag der Kriegsdienstverweigerung auch an den Mut, den es erfordert, sich konsequent für Gewaltfreiheit einzusetzen und gegen Krieg zu protestieren.
Gerade in Zeiten globaler Konflikte ist es wichtiger denn je, die öffentliche Debatte über Wehrpflicht, Kriegsdienstverweigerung und Alternativen zu militärischer Gewalt zu führen. Weltweit werden daher heute Friedensmahnwachen und Demonstrationen durchgeführt, um das Bewusstsein für die friedenstiftende Rolle von Kriegsdienstverweigerern zu schärfen. Mit einer Vielzahl von kreativen Aktionen setzen Menschen gemeinsam ein kraftvolles Zeichen für Frieden und schaffen einen Raum für Gedanken und den Austausch zu Frieden, Krieg und Wehrpflicht. Vielleicht magst du dich daran beteiligen: #ObjectWarCampaign
Ein Impuls von:
Jens Lattke
Friedens- und Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland