Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung
Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung - Ein Impuls von Daniel Untch
Bibelvers
Lukas 1, 79
„Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“
Impuls
Das Ziel vom Frieden, das teilen wir wohl alle. Wie aber der Weg dorthin aussieht, darüber gehen die Vorstellungen auseinander. Manche sehen ihn in Abschreckung und militärischer Stärke und so verstehen auch viele Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst als Einsatz für den Frieden. Für andere wiederum ist ganz klar: Der Weg zum Frieden kann nicht mit einer Waffe in der Hand gegangen werden. Und dann sind da noch die, die sich nicht ganz sicher sind, die den Weg erst in der einen und dann in der anderen Richtung suchen. Als Referent für Friedensbildung bin ich Ansprechpartner für Menschen, die den Kriegsdienst verweigern möchten. Wenn ich davon erzähle, ernte ich meist zunächst verständnislose Blicke oder aber interessierte Nachfragen. Kriegsdienstverweigerung? Es gibt doch gar keine Wehrpflicht mehr. In der Tat wurde die Einberufung zum Wehrdienst im Jahr 2011 ausgesetzt. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung besteht aber weiterhin, und das ist wichtig. Denn auch ehemalige oder aktive Soldatinnen und Soldaten können den Dienst an der Waffe verweigern. Voraussetzung ist, dass sie diesen mit ihrem Gewissen nicht länger vereinbaren können. Wenn sie spüren, dass der Weg des Friedens für sie ein anderer, ein gewaltloser ist. Ihnen bieten wir Unterstützung und Beratung, um ihre Gewissensnöte zum Ausdruck zu bringen. Und auch im internationalen Kontext spielt Kriegsdienstverweigerung eine wichtige Rolle. Denn gerade in Konfliktregionen und in stark militarisierten Gesellschaften werden Menschen, die den Kriegsdienst verweigern marginalisiert. Wo Präsidenten mehr Babys fordern, um den Nachschub an Soldaten sicherzustellen, da ist Unterstützung für Kriegsdienstverweigerer nicht gerne gesehen, oder gar kriminalisiert. Gerade deshalb bleibt es wichtig immer wieder zu betonen, was die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1987 festgestellt hat: Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht. Und deshalb steht auch die Kirche an der Seite derjenigen, deren Gewissen es ihnen verbietet Dienst an der Waffe zu tun, in Kriegen zu kämpfen und im Extremfall töten zu müssen. Weitere Informationen zum Thema Kriegsdienstverweigerung finden Sie online bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden unter:
Ein Impuls von:
Daniel M. Untch
Referent für Friedensbildung im Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck