Internationaler Tag der Gewaltfreiheit

Internationaler Tag der Gewaltfreiheit - Zivile Hilfsflotte im Mittelmeer

Ein Impuls von Gregor Rehm

Impuls zum Internationalen Tag der Gewaltfreiheit

Seit einigen Wochen ist im Mittelmeer eine zivile Flotte unterwegs, die Global Sumud Flotilla. Sie haben das Ziel, die israelische Seeblockade vor Gaza zu durchbrechen und Hilfsgüter für die Menschen dort hinzubringen. Als die Flotte noch vor Tunis lag, gab es schon erste Berichte von Drohnenangriffen auf einzelne Schiffe.

Jetzt, vor ein paar Tagen, gab es wieder neue Berichte, dass mutmaßlich israelische Drohnen Brandgeschosse und Warn-Munitionen in der Nähe der Schiffe abgeworfen haben. Spanien und Italien haben daraufhin sofort Kriegsschiffe losgeschickt, um die zivile Flotte zu schützen und für Sicherheit zu sorgen. Deutschland dagegen ruft Israel zu deeskalierendem Verhalten auf.

Gleichzeitig sind innerhalb der Flotten Nachrichten aufgetaucht, dass Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft aufgefordert wurden, die Flotte zu verlassen. Außerdem sollen sie die Hilfsgüter an Israel, also an den Staat, übergeben werden, der gerade maßgeblich für das Leid in Gaza verantwortlich ist. Das, was wir gerade im Mittelmeer sehen, ist die größte gewaltfreie Aktion seit vielen Jahren. Menschen machen sich auf dem Weg, um zivil für Gerechtigkeit zu sorgen, ohne Waffen. 

Heuten ist der 2. Oktober, Internationaler Tag der Gewaltfreiheit und außerdem der Geburtstag von Mahatma Ghandy.

Es steht wohl kein anderer Name so für Gewaltfreiheit wie der Ghandys. Mahatma Ghandy war bereit sein eigenes Leben einzusetzen, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Aber nicht nur Gandhi, auch andere Personen, die sich für Gewaltfreiheit eingesetzt haben, waren bereit, ihr Leben zu riskieren. Martin Luther King, Jesus. Beide haben letztendlich ihr Engagement für Gerechtigkeit mit dem eigenen Leben bezahlt. Das zeigt, gewaltfreier Widerstand ist nichts, was vom Sofa aus passiert. Man kann ihn nicht militärischen Aktionen als leichteren Weg gegenüberstellen. Gewaltfreier Widerstand ist ein hochengagierter und hoch risikanter Einsatz für Gerechtigkeit, der bereit ist, das eigene Leben zu riskieren. Das zeigt auch die aktuelle Situation im Mittelmeer. 

Für die Menschen, die gerade jetzt im Mittelmeer unterwegs sind und bereit sind, dieses Risiko um der Gerechtigkeit will, um der Menschen in Gaza will, einzugehen, habe ich allerhöchsten Respekt. Und deshalb schaue ich heute, aber nicht nur heute, genau dorthin.

Ein Impuls von:
Gregor Rehm
Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz

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